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Unsere Vision ist es, Männer wieder in Kontakt zu bringen mit
ihren männlichen Qualitäten ihren Frauen sich selbst beruflichem Erfolg

WAKE UP MAN ist eine Bewegung von Männern für Männer.
Unsere Vision ist es, Männer wieder in Kontakt zu bringen mit
ihren männlichen Qualitäten.

Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn

Gerald Hüther:

Vandenhoeck & Ruprecht/ Göttingen 2009; 142 Seiten

 

Nicht die Männer haben die Sexualität erfunden, sondern die Sexualität die Männer.“ Hmm?! – Das klingt ja zunächst ziemlich kryptisch, aber der Autor liefert im Buch anhand wesentlicher Beispiele das Verständnis hinterher. Für ihn sind Männer in fast jeder Hinsicht „... nicht das stärkere, sondern das extremere Geschlecht.“ (S. 56) und diese These untermauert er nachhaltig. Ein meiner Ansicht nach äußerst lesenswerter Text aus der Feder des vermutlich prädestiniertesten und renommiertesten Mannes auf diesem Feld: des Mediziners, Gehirnforschers und Professors für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, Gerald Hüther. Der Autor gilt als pädagogisch leidenschaftlicher Befürworter eines lebenslangen ‚Erfahrungs-Lernens’ (wissenschaftliches Schlagwort: ‚erfahrungsbedingte Neuroplastizität’), das von ihm aus hirnphysiologischen Aspekten ganz GROSS GESCHRIEBEN wird.

 

Der Bogen wird von Hüther durchaus weit gespannt: von der „Natur des Männlichen“ („Die Erfindung des männlichen Geschlechts“ – und des evolutiven Wozu?) bis hin zum individuellen „Prozess der Mannwerdung“ (Von der Entwicklung männlicher Nachkommenschaft und ihren psycho-physischen Dilemmata bis hin zum möglichen Ziel des Weges – des freien Mann-Seins – repräsentiert durch „... Authentizität, Souveränität, Spiritualität.“ (S. 134).) Nachweisbare, gehirnphysiologische Besonderheiten und Unterschiede zwischen Mann und Frau sind offenbar wesentlicher Art, finden in dem Buch aber nur ganz nebenbei Erwähnung: „Das Gehirn wird so, wie man es benutzt. ... Deshalb wird das Gehirn ganz besonders so, wie und wofür es mit Begeisterung benutzt wird.“ (S. 64) Und Hüther weist uns u.a. auch auf die heute stärksten Risikofaktoren und ihre Folgen hin: „... Zunahme von Depression, chronische Erkrankungen, Alkoholprobleme und bei über 40-jährigen Männern einem dramatischen Anstieg der Sterberate, die heute höher ist als 1960. Ein unsicherer Arbeitsplatz, fehlender Sinn im Leben oder das Fehlen eines Lebenspartners verdreifachen das Risiko eines vorzeitigen Todes. Die stärksten Risikofaktoren überhaupt sind bei ... Männern, eine Ehefrau, die sie nicht unterstützt.“ (S. 72f)

 

Für den Hirnphysiologen Hüther prägte die Evolution die Rolle von Mann und Frau maßgeblich: „ Männer wurden zu Spezialisten für die Suche nach Lösungen. ... Vergleichbar ist die Situation mit der eines Fußballspielers: Die Weibchen übernahmen die Rolle des Standbeins, die Männchen die Rolle des Spielbeins. Um ein Tor zu schießen, braucht ein Spieler aber immer beides. ... Erst auf dieser Grundlage erschließen sich nun auch der Sinn und die Bedeutung, die dem männlichen Geschlecht für die Evolution des Lebendigen zukommt: Ausprobieren, was nur irgendwie geht.“ (S. 47f). Und weiter: „Testosteron gibt dem Gehirn einen enormen Antrieb ... Psychoemotionale Belastungen und die damit einhergehenden Stressreaktionen führen zur Unterdrückung der Testosteronproduktion, ihre Überwindung durch erfolgreich gemeisterte Herausforderungen steigert sie.“ (S. 117f). Spannend, spannend, spannend, aber – für Männer – nicht unbedingt überraschend: Entdeckerfreude ist angesagt. J

 

Ich möchte mit einem Satz des Autors – Kapitel: ‚Von Mann zu Mann’ – schließen: „Es geht um den Prozess der Mannwerdung. Da wird es sehr konkret ... Damit Sie vor diesem Reinemachen nicht zurückschrecken und die üblichen Argumente herauskramen ... für diesen Hausputz braucht es keinen extra Arbeitseinsatz, ... sie machen sich dabei auch nicht schmutzig, denn wenn man seine eigenen, eingefahrenen Denkstrukturen neu zu ordnen beginnt, staubt es nicht. ... Machen wir uns also an die Arbeit. Sie dürfen gespannt sein, was dabei herauskommt.“ (S. 15)

 

Klaus Podirsky

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18. November 2013
Robert Pap
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